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Ratgeber · Stand 18. Oktober 2026

Fenster-Standardmaße: Tabelle mit üblichen Größen

Kurz gesagt

Eine Norm mit festen Fenstergrößen gibt es nicht mehr: Die DIN 18050 für Fensteröffnungen im Wohnungsbau von 1955 ist zurückgezogen [1]. Neubauten aus Mauerwerk folgen aber meist der Maßordnung DIN 4172 mit einem Raster von 12,5 cm [2]. Eine Öffnung im Rohbau misst dann ein Vielfaches von 12,5 cm plus 1 cm, etwa 101 oder 126 cm [3]. Das Fenster ist rundum um die Fuge kleiner. Im Altbau passen die Maße selten ins Raster; dort hilft nur messen.

Fenster ausmessen, kostenlosAnleitung: Fenster ausmessen
Mauerwerk im Raster von 12,5 cm mit einer Fensteröffnung in Orange: acht Raster plus 1 cm ergeben 101 cm; darin das Fenster in Blau, rundum kleiner.
Acht Raster von 12,5 cm plus 1 cm: eine Öffnung von 101 cm.

Das Raster: 12,5 cm

Die DIN 4172 „Maßordnung im Hochbau“ beruht auf einem Modul von 12,5 cm, einem Achtel Meter [2]. Es setzt sich aus einem Stein von 11,5 cm und einer Mörtelfuge von 1 cm zusammen [3]. Vielfache davon heißen Baurichtmaße; mit ihnen wird geplant [2]. Gebaut wird das Nennmaß: Bei einer Öffnung kommt die Fuge dazu, also Vielfaches von 12,5 cm plus 1 cm; bei einem Mauerstück geht sie ab [3]. Auf dieses Raster sind auch die Vorzugsgrößen von Fenstern und Türen abgestimmt [2].

Tabelle: Öffnungen im 12,5-cm-Raster

So ergeben sich die Öffnungen im Rohbau aus dem Raster [3]. Jede Zeile gilt für die Breite wie für die Höhe. Die letzte Spalte zeigt als Beispiel ein Fenster mit 10 bis 15 mm Fuge je Seite: 10 mm nennt ein Profilhersteller als Mindestfuge für weiße Kunststofffenster bis 1,5 m [4], mit 15 mm rechnet Aroundhome [5].

Raster (Baurichtmaß)Öffnung im RohbauFenster, Beispiel
4 × 12,5 = 50 cm51 cm48 bis 49 cm
5 × 12,5 = 62,5 cm63,5 cm60,5 bis 61,5 cm
6 × 12,5 = 75 cm76 cm73 bis 74 cm
7 × 12,5 = 87,5 cm88,5 cm85,5 bis 86,5 cm
8 × 12,5 = 100 cm101 cm98 bis 99 cm
9 × 12,5 = 112,5 cm113,5 cm110,5 bis 111,5 cm
10 × 12,5 = 125 cm126 cm123 bis 124 cm
11 × 12,5 = 137,5 cm138,5 cm135,5 bis 136,5 cm

Größere und farbige Fenster brauchen mehr Fuge [4]. Das Bestellmaß legt der Fensterbauer nach seinem Feinaufmaß fest; wie es entsteht, steht unter Bestellmaß berechnen.

Übliche Fenstergrößen

Als Standardfenster nennt Aroundhome Breiten von 500, 625, 750, 1.000 oder 1.250 mm und Höhen von 1.000, 1.250 oder 1.500 mm; bodentiefe Fenster sind oft 2.000 oder 2.200 mm hoch [5]. Für ein neues Fenster brauchst du aber kein Standardmaß: Der Fensterbauer fertigt es nach dem Maß deiner Öffnung.

Warum auch Neubau-Öffnungen abweichen

Selbst eine geplante Öffnung darf vom Sollmaß abweichen. Nach der Norm DIN 18202 sind bei Öffnungen bis 1 m bis zu 10 mm erlaubt, von 1 bis 3 m bis zu 12 mm; mit fertig verputzten Laibungen 8 und 10 mm [6]. Deshalb misst der Fensterbauer auch im Neubau vor der Bestellung nach.

Altbau: selten Standard

In Altbauten schwanken die Fenstergrößen stark, weil es damals noch keine Norm fürs Mauerwerk gab [5]. Dazu kommen schiefe Laibungen, alte Rollladenkästen und Umbauten. Für dein Angebot zählt deshalb nicht ein Standardmaß, sondern die gemessene Öffnung: Breite und Höhe an je drei Stellen, das kleinste Maß zählt. Wie das geht, steht in der Anleitung Fenster ausmessen.

Kellerfenster und Balkontüren

Kellerfenster haben eigene, kleinere Größen. Ein Hersteller liefert Stahlkellerfenster etwa von 50 × 40 bis 100 × 100 cm; gemeint ist die lichte Öffnung im Rohbau, das Fenster selbst ist 1 cm kleiner [7]. Mehr dazu unter Kellerfenster ausmessen. Balkon- und Terrassentüren reichen bis zum Boden; wie du sie misst, steht unter Balkontür ausmessen.

Deine Öffnungen mit der App ausmessen

Häufige Fragen

Gibt es eine DIN für Fenstergrößen?

Nicht mehr. Die Norm für Fensteröffnungen im Wohnungsbau, DIN 18050 von 1955, ist zurückgezogen [1]. Neubauten folgen meist dem Raster der Maßordnung DIN 4172 mit 12,5 cm [2].

Welche Fenstermaße sind Standard?

Im Neubau aus Mauerwerk liegen die Öffnungen meist im Raster von 12,5 cm plus 1 cm, also etwa 76, 88,5, 101, 113,5 oder 126 cm [3]. Das Fenster ist je Seite um die Fuge kleiner, bei 101 cm Öffnung etwa 98 bis 99 cm [4] [5].

Passt ein Fenster in Standardgröße in den Altbau?

Meist nicht. Im Altbau schwanken die Öffnungen stark [5], deshalb fertigt der Fensterbauer nach Maß. Miss die Maueröffnung an je drei Stellen; das kleinste Maß zählt.

Wie viel kleiner als die Öffnung ist das Fenster?

Je Seite um die Fuge. Ein Profilhersteller nennt für weiße Kunststofffenster bis 1,5 m mindestens 10 mm [4], Aroundhome rechnet mit 15 mm [5]. Das Bestellmaß legt der Fensterbauer fest.

Was ist der Unterschied zwischen Baurichtmaß und Rohbaumaß?

Das Baurichtmaß ist das Planungsraster, ein Vielfaches von 12,5 cm [2]. Die Öffnung im Rohbau ist 1 cm größer, etwa 101 statt 100 cm [3].

Weiterlesen

Fenster ausmessenMaueröffnung an drei Stellen messen, das kleinste Maß zählt.Bestellmaß berechnenWie viel kleiner als die Öffnung? Fuge je Seite nach Größe und Farbe.Kellerfenster ausmessenZarge oder Maueröffnung, Standardgrößen und Lichtschacht.

Quellen

  1. DIN: DIN 18050, Fensteröffnungen für den Wohnungsbau, Ausgabe 1955-09, zurückgezogen
  2. BauNetz Wissen: Steinformat und Maßordnung (DIN 4172, Modul 12,5 cm, Vorzugsgrößen von Öffnungen)
  3. Immoportal: Was ist das Baurichtmaß? (Öffnungsmaß gleich Vielfaches von 12,5 cm plus 1 cm)
  4. Kömmerling: Allgemeine Verarbeitungsrichtlinien, Einbaurichtlinien, Juli 2015 (PDF) (Abschnitt 5, Mindestfugenbreiten bei Silikon-Dichtstoff)
  5. Aroundhome: Fenstermaße, aktualisiert am 30.09.2025
  6. WEKA: Maßtoleranzen bei Beton- und Stahlbetonarbeiten, 15.03.2016 (Tabelle 1 der DIN 18202, Zeilen 5 und 6)
  7. MEA Bautechnik: MEALIT Stahlkellerfenster, Lieferprogramm, bei Heinze, abgerufen am 18.10.2026 (PDF)

Stand: 18. Oktober 2026 · Redaktion eeziframes. Richtwerte; maßgeblich sind das Aufmaß vor Ort und die Angaben des Herstellers.