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Ratgeber · Stand 18. Oktober 2026

Fenstertausch im Altbau: Laibung, Abdichtung und Schimmel vermeiden

Kurz gesagt

Neue Fenster schließen dicht. Im Altbau fehlt dann der Luftaustausch durch die alten Fugen, und an kalten Stellen wie Laibung und Sturz kann sich Feuchte sammeln [1]. Schimmel vermeidest du mit drei Dingen: einem fachgerechten, luftdichten Anschluss [2], warmen Oberflächen am Fensteranschluss, wenn nötig mit Laibungsdämmung [3], und genug Lüftung, geprüft mit einem Lüftungskonzept [1]. Miss vorher die Maueröffnungen aus, damit die Angebote vergleichbar sind.

Fenster ausmessen, kostenlosAnleitung: Fenster ausmessen
Schnitt von oben durch eine dicke Altbauwand mit neuem Fenster in der Mitte der Laibung: links die kalte innere Laibung, an der Schimmel droht, rechts eine Laibungsdämmung, die die Oberfläche wärmer hält.
Von oben gesehen: Ohne Dämmung bleibt die innere Laibung kalt.

Warum nach dem Fenstertausch Schimmel droht

Durch alte, undichte Fenster findet auch ohne aktives Lüften ein Luftaustausch statt. Dicht schließende Fenster nehmen ihn weitgehend weg; dann muss mehr gelüftet werden. Problematisch ist das vor allem, wenn Wände und Fensterlaibungen nicht gleichzeitig gedämmt werden und kalt bleiben: An den kalten Flächen steigt die Feuchte an der Oberfläche, bis hin zu Tauwasser [1]. Für Schimmel genügen über längere Zeit 70 bis 80 % relative Feuchte an der Oberfläche; sichtbar nass muss nichts sein [1].

Damit kein Schimmel entsteht, muss die Oberfläche am Anschluss warm genug bleiben. Nach DIN 4108-2 gilt an der ungünstigsten Stelle ein Temperaturfaktor fRsi von mindestens 0,70, das sind mindestens 12,6 °C bei 20 °C Raumluft und 50 % relativer Luftfeuchte [4]. Denselben Wert nennt der Verband Fenster + Fassade für den Anschluss neuer Fenster [3]. Die alte Faustregel, das Fenster müsse schlechter dämmen als die Wand, hält die Verbraucherzentrale nicht immer für sinnvoll: Feuchte sammelt sich an kühlen Wandstellen auch bei schlechten Fenstern [5].

Die Laibung: wann sie gedämmt werden muss

Wie viel am Anschluss zu tun ist, hängt vom Baujahr, von der Wanddicke und von der Lage des Fensters in der Wand ab. Der Verband Fenster + Fassade (VFF) nennt dafür Mindestlösungen: dämmende Leisten innen oder außen am Rahmen (Wärmeleitfähigkeit höchstens 0,035 W/(mK)) oder eine Dämmung der Laibung [3]. Für ein Fenster in der Mitte der Laibung:

BaujahrWand 24 cmWand 30 cmWand 36,5 cm
bis 1948LaibungsdämmungLaibungsdämmungLaibungsdämmung
1949 bis 1968Sanierleiste innenLaibungsdämmungLaibungsdämmung
1969 bis 1978keine nötigInnenleisteSanierleiste innen
1979 bis 1983keine nötigkeine nötigInnenleiste
ab 1984keine nötigkeine nötigkeine nötig

Nach VFF-Merkblatt ES.06 (2016), für Fenster ab 68 mm Bautiefe. Der Sturz braucht in allen Baujahren eine Dämmung, außer es sind dort schon mindestens 2 cm dicke Putzträgerplatten. Sitzt das Fenster außen bündig, lässt sich der Mindestwärmeschutz je nach Wanddicke bei Häusern von 1919 bis 1968, 1978 oder 1983 nicht ohne weitere Untersuchung sicherstellen [3].

Abdichtung: innen luftdicht, außen schlagregendicht

Der Leitfaden zur Montage der RAL-Gütegemeinschaft beschreibt den Anschluss in drei Ebenen: innen die Luftdichtheit als Trennung zwischen Raum- und Außenklima, in der Mitte die Fuge mit Dämmung und Feuchteschutz, außen den Wetterschutz. Eine mangelhafte Abdichtung ist laut Leitfaden meist die Hauptursache von Bauschäden [2]. Wie der Einbau abläuft, steht unter RAL-Montage.

Das Fenster sollte Teil der Dämmebene sein; ist die Wand gedämmt, bildet es mit der Dämmung eine lückenlose Schicht, sonst drohen Tauwasser und Schimmel [5]. Planst du später eine Fassadendämmung, sprich das vor dem Fenstertausch an, damit die Lage des Fensters schon passt.

Weitere Punkte im Altbau

So gehst du vor

  1. Ausmessen und fotografierenMiss die Maueröffnung jedes Fensters an drei Stellen in der Breite und an drei in der Höhe, es zählt das kleinste Maß. Mach je ein Foto von innen und außen; mit demselben Aufmaß werden die Angebote vergleichbar. So geht es: Fenster ausmessen.
  2. Laibung und Wand ansehenNotiere Baujahr, Wanddicke und wo das alte Fenster in der Wand sitzt, und achte auf Schimmelspuren an Laibung und Sturz. Davon hängt ab, ob eine Laibungsdämmung nötig ist [3].
  3. Lüftung einplanenWird mehr als ein Drittel der Fenster getauscht, braucht es nach DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept [6]. Mehr dazu: Lüftungskonzept.
  4. Angebote prüfenIm Angebot sollten die Dämmung der Fuge und ihr Abschluss innen und außen beschrieben sein, dazu Ausbau, Beiputzen der Laibungen und Fensterbänke [5].
  5. Feinaufmaß und EinbauVor der Fertigung misst der Fensterbauer nach. Nach dem Einbau werden die Laibungen beigeputzt, dann nehmt ihr die Arbeit gemeinsam ab.
  6. Richtig lüftenStoß- und Querlüften statt die Fenster lange zu kippen. Gekippte Fenster lüften schlecht und kühlen Laibung und Sturz aus [1].
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Häufige Fragen

Warum schimmelt es nach dem Fenstertausch?

Neue Fenster sind dicht, der Luftaustausch durch die alten Fugen fällt weitgehend weg. Bleiben Wände und Laibungen kalt, steigt dort die Feuchte an der Oberfläche; für Schimmel genügen über längere Zeit 70 bis 80 Prozent relative Feuchte an der Oberfläche [1].

Muss die Laibung beim Fenstertausch gedämmt werden?

Das hängt von Baujahr, Wanddicke und Lage des Fensters ab. Nach einem Merkblatt des Verbands Fenster + Fassade braucht die Laibung in Häusern bis 1948 eine Dämmung, wenn das Fenster in der Mitte oder am Innenanschlag sitzt; der Sturz in allen Baujahren, wenn dort keine mindestens 2 cm dicken Putzträgerplatten sind [3].

Wie lüfte ich nach dem Fenstertausch richtig?

Stoß- und Querlüften statt Kipplüften: Lange gekippte Fenster lüften schlecht und kühlen Laibung und Sturz aus, dort kann sich dann Tauwasser bilden [1]. Ob zusätzlich Lüfter nötig sind, zeigt ein Lüftungskonzept.

Sollte das neue Fenster im Altbau außen bündig sitzen?

In einer ungedämmten Altbauwand meist nicht: Bei außen bündigen Fenstern lässt sich der Mindestwärmeschutz am Anschluss in vielen älteren Häusern nicht ohne weitere Untersuchung sicherstellen [3]. Ist die Wand gedämmt, sollte das Fenster Teil der Dämmebene sein [5].

Gibt es Förderung für den Fenstertausch im Altbau?

Ja. Das BAFA bezuschusst neue Fenster mit 15 Prozent, wenn der Uw-Wert höchstens 0,95 W/(m²K) beträgt [8]. Maßnahmen gegen Wärmebrücken, Putzarbeiten im Fensterbereich und Rollladenkästen können dazugehören [7].

Weiterlesen

RAL-MontageWie ein Fenster fachgerecht eingebaut und abgedichtet wird.LüftungskonzeptWann es nach dem Fenstertausch nötig ist und wer es erstellt.Uw-Wert und FörderungWas der Uw-Wert bedeutet und welche Werte 2026 gelten.

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden, Stand April 2024 (PDF) (Kap. 3.2.1 und Hinweise zum Lüften)
  2. RAL-Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren: Leitfaden zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren, Ausgabe 2024-03 (Leseprobe, PDF)
  3. Verband Fenster + Fassade: Merkblatt ES.06, Handlungsempfehlungen zur schimmelpilzfreien Teilmodernisierung mit Fenstern, Februar 2016 (PDF)
  4. BAFA und KfW: Bundesförderung für effiziente Gebäude, Liste der technischen FAQ, Einzelmaßnahmen, Version 7.0, 06/2026 (PDF)
  5. Verbraucherzentrale: Fenster sanieren oder austauschen, darauf sollten Sie achten, Stand 12.02.2026
  6. Energie-Fachberater: Wann braucht man ein Lüftungskonzept bei der Sanierung?, 01.08.2025
  7. KfW: Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen, BEG, Version 11.0, 09/2026 (PDF)
  8. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Förderrichtlinie Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen (BEG EM) vom 17. Juli 2026, in Kraft seit 21. Juli 2026, mit technischen Mindestanforderungen (PDF)
  9. Stiftung Warentest: Asbest, die versteckte Gefahr, 25.02.2026

Stand: 18. Oktober 2026 · Redaktion eeziframes. Keine Bauberatung; was an deinem Haus nötig ist, klären Fensterbauer, Energieberater oder Sachverständige vor Ort.